Ein toller Tag

Eigentlich hat er begonnen wie immer: Pünktlich um 5 Uhr morgens hat dieses Mistviech von Hahn gekräht, das es sich anscheinend in den Kopf gesetzt hat, mich jeden Morgen (oder vielmehr mitten in jeder Nacht) um diese Uhrzeit zu wecken. Ihn verfluchend habe ich mich dann nochmal umgedreht und weitergedöst, bis um 6:45 Uhr mein Wecker klingelte. Als nächstes stand ich mal wieder vor der Frage: Kann man diese Arbeitskleidung jetzt nochmal anziehen oder ist die jetzt echt zu dreckig? Wie immer lautete die Antwort: Einen Tag geht das schon noch.

Schlechtes Foto, ich weiß… Aber immerhin seht ihr das bisschen Leid, das ich während der Prozedur empfunden habe 😉
Die erste Abweichung vom üblichen Tagesplan war dann, dass ich nicht nach meiner Haarbürste suchen musste: Seit letztem Wochenende habe ich meine erste Flechtfrisur. Es tut echt gar nicht so weh, wie es mir die anderen Freiwilligen berichtet haben. Vielleicht auch nur deswegen, weil ich mich auf den „schlimmsten Schmerz meines Lebens“ eingestellt hatte, um Fränze zu zitieren. Auf jeden Fall habe ich mit den Rastern jetzt eine Sorge weniger: Haarpflege ist nicht mehr möglich und damit auch nicht mehr nötig. Also konnte ich diesen Tagesordnungspunkt überspringen und gleich zum Fegen der Veranda übergehen. Okay, über die Sauberkeit des Bodens innerhalb des Hauses lässt sich vielleicht streiten, aber immerhin wird draußen jeden Tag der Besen geschwungen. Das hat allerdings einzig und allein den Grund, dass meine Nachbarn großen Wert darauf legen. Fanny und Verena (also meine Vorgängerinnen) haben mir erzählt, dass sie sofort darauf angesprochen wurden, wenn sie das Saubermachen vor der Tür mal für einen Tag ausgelassen haben. Dabei kann man am Nachmittag sowieso nicht mehr sehen, ob da nun am Morgen gefegt wurde oder nicht! Vor dem Haus stehen nämlich zwei riesige Bäume, die meine Veranda zu jeder Tages- und Nachtzeit unter Beschuss halten. Spätestens am Nachmittag sieht also alles wieder genauso aus wie vorher. Ich habe die ganze Prozedur dann mal probeweise für einen Tag „vergessen“ und bin prompt gleich zweimal darauf angesprochen worden. Seitdem füge ich mich also in mein Schicksal. 

Danach sollte es eigentlich zur Arbeit gehen, aber eine freudige Überraschung ließ mich nochmal umkehren: Auf dem Markt, der ja direkt vor dem Krankenhaus liegt, gab es Brot! Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. So brachte ich meinen Schatz erstmal nach Hause und kam dann – grade noch pünktlich zum Morning Report – im Krankenhaus an. Als nächstes stellte ich fest, dass ich meinen Dienst heute zusammen mit Niko ableisten würde. Super: Der ist echt freundlich (wie eigentlich alle) und  kann überdies auch noch Englisch. Trotzdem redet er auf Swahili mit mir, damit ich es lerne. Nur, wenn ich etwas nicht verstehe, habe ich die Möglichkeit, nochmal nachzufragen. So haben wir die tägliche Visite sehr gut zusammen gemeistert. Außerdem habe ich erfahren, dass eine Patientin, die ich schon ein bisschen ins Herz geschlossen habe, morgen endlich operiert werden soll. Allerdings braucht sie dafür vier Blutkonserven. Innerhalb des Tages ist es uns immerhin gelungen, eine für sie aufzutreiben. Weiterhin habe ich meinen ersten AIDS-Zest miterlebt (das Ergebnis war negativ – YAY!), das erste Mal selber was beim Labor im Auftrag gegeben und Bananen geschenkt bekommen. Zu guter Letzt hat Niko mich dann noch zum Tee eingeladen. Der wird jeden Tag vom Krankenhaus gestellt und schmeckt ein bisschen wie flüssige Gummibärchen, bei dem Kilo Zucker, was da in jeder Tasse schwimmt – nicht mein Fall für jeden Tag, aber ein kleiner Schluck davon macht auf jeden Fall wieder wach. Und Niko hat dann eben auch noch einen Snack dazu spendiert: Ds Brot vom Markt! Ich war im siebten Himmel und auf alle Fälle gut gesättigt. 

Nach der Arbeit bin ich dann erstmal schwimmen gegangen. Dabei habe ich festgestellt, dass meine neuen Haare auch das mitmachen, ohne sich großartig zu beklagen. Man kann sie danach zwar nicht wirklich abtrocknen, aber es ist ja nun wirklich warm genug hier. So erfrischt kehrte ich dann in mein Haus zurück und wollte eigentlich den Rest von dem Brot essen, das am Samstag meine „Brotbibi“ vorbei gebracht hatte. Auch das ist eine neue Errungenschaft: Die hat mich nämlich eines Abends einfach auf der Straße angesprochen, ob sie mir nicht einmal pro Woche Brot bringen solle. Nichts lieber als das! So kommt es, dass ich inzwischen neben dem Reis noch ein zweites, sehr vernünftiges Grundnahrungsmittel habe. 

Nun gab es aber eine unangenehme Überraschung: Auf den Rest, auf den ich es abgesehen hatte, gab es nämlich schon andere Anwärter: Obwohl ich eigentlich jedes Essen immer in veschließbaren Plastiktüten verstaue, war in dieser irgendwie ein Horde meiner kleinen schwarzen Feinde, also der Ameisen, eingedrungen. Das Brot war dementsprechend schwarz und für meinen Geschmack ein bisschen zu lebendig. Etwas bedröppelt von diesem schweren Verlust setzte ich mich also erstmal nach draußen auf meine (natürlich schon wieder mit Blättern bedeckte) Veranda. Nur zu meinem Besten: Keine zehn Minuten später kam eine junge Frau vorbei. Sie heißt Irena und hatte mich schonmal zu sich nach Hause eingeladen. Diese Einladung wiederholte sie jetzt und ich folgte ihr gerne. Bei ihr zuhause fand ich – wie meistens, wenn ich irgendwo eingeladen werde – eine Vielzahl von weiteren Familienmitgliedern vor. Bruder und Schwester samt einem Haufen Kinder. Alle freuten sich sehr über meinen unangekündigten Überfall. Wir setzten uns zusammen vor die Haustür in den Schatten und ich bekam alsbald Cola, Ei und Erdnüsse serviert. Für das Mittagessen war also gesorgt. Zu meiner Freude konnte ich mich mal wieder mit ein paar Fetzen Swahili schmücken und  zusätzlich sprach der Bruder von Irena auch noch ziemlich  gut Englisch. Er wohnt eigentlich in Mbeya und studiert dort. So lud er mich natürlich gleich ein, ihn dort zu besuchen. Er würde sogar eine Bergtour mit mir machen. Nachdem ich ja schon auf den Mbeya Peak gekraxelt bin, kann mich in der Umgebung wohl auch kein Gestein mehr schrecken.

Es war sehr nett bei Irena und Ihrer Familie: immer mal wieder kam jemand Neues dazu oder ging wieder weg, um etwas zu erledigen. Nachbarn setzten sich dazu und standen wieder auf, ließen einige Kinder da oder nahmen ein paar andere wieder mit. Allerdings konnte ich nicht mehr allzu lange bleiben: Für mich hatte der Tag quasi gerade erst begonnen. Gestern habe ich nämlich durch Zufall eine Schweizer Reisegruppe kennengelernt, die für zwei Tage in Matema bleiben würde, um sich hier verschiedene Projekte anzugucken. Ich habe mit ihnen zu Abend gegessen und dabei das erste Mal Fisch aus dem See probiert – wirklich sehr zart und lecker. Für den heutigen Abend hatten sie mich noch einmal eingeladen. Auf der einen Seite freute mich das sehr, denn die Kommunikation war wirklich einfach und man hatte sich viel zu erzählen. Auf der anderen Seite hatte ich aber ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken, da nochmal hinzugehen: Schließlich bin ich hier, um den Menschen in Matema näher zu kommen und nicht, um mich von einer „Tourigruppe“ (so nett diese auch immer sein mag) zur nächsten zu hangeln. Zusätzlich kam noch hinzu, dass ich für den Abend eine Einladung von einer ebenfalls sehr netten Apothekerin aus dem Krankenhaus, Riziki, bekommen hatte. Allerdings hat das mit dem Treffen von Leuten hier auch schon öfter mal nicht geklappt, da man ja keine festen Zeiten ausmacht, sich deshalb verpasst und dann alleine zuhause sitzt. 

Also beschloss ich, einen Kompromiss zu machen: Ich ging noch einmal schnell zu dem Hotel, in dem die Schweizer wohnten, allerdings nur, um mich dort ordentlich zu verabschieden. Das war auch genau die richtige Entscheidung: Alle waren wieder sehr freundlich zu mir und ich habe mich mit dem einzigen Jugendlichen aus der Gruppe wie schon am Abend zuvor sehr nett unterhalten – wir waren glaube ich beide froh über einen Austausch mit jemandem im gleichen Alter und ähnlicher Kultur nach einer etwas längeren Zeit. Ich habe auch noch einmal Werbung für meinen Blog gemacht. Wer weiß: Vielleicht zeigen die Statistiken mir bald mehr Aufrufe aus der Schweiz als aus Deutschland… Bei der Menge Schweizer, die mir hier begegnet! 

Zum Abschied staubte ich dann noch eine riesige Packung Toblerone und zwei Rollen Klebeband ab. Das ist hier natürlich beides pures Gold wert, also vielen Dank nochmal an dieser Stelle! Dann machte ich mich auf den Weg zurück. Als ich zuhause ankam, überkamen mich erstmal Zweifel, ob ich nicht doch einfach hätte da bleiben sollen: Riziki ließ sich nicht blicken und ging auch nicht an ihr Telefon. Aber dann riss ich mich zusammen und fragte einfach ein bisschen rum, ob jemand jemanden kenne, der Riziki heißt und im Krankenhaus arbeitet. Zum Glück hatte ich schon bei der zweiten Person Erfolg: Neema ist zufällig ihre Nachbarin. Und Neema wiederum ist auch etwas ziemlich cooles, was noch passiert ist: Sie ist nämlich die Schneiderin, die auch für Fanny und Verena genäht hat. Ich habe jetzt ja schon seit Dar es Salaam ein Kitenge mit mir rumgeschleppt, dass ich gerne zu meinem ersten Kleid verarbeiten lassen möchte. Also haben wir ausgemacht, dass ich morgen zu ihr kommen werde, um ihr den Stoff zu zeigen. Nach dem das erste Projekt meiner Veränderung (Haare) so gut gelungen ist, kann das zweite, also die Kleidung, ja eigentlich nur ein voller Erfolg werden. 

Die untergehende Sonne hinter der Kirche. Seid ihr auch schön neidisch?
Zusammen mit Neema ging ich dann also wieder mal in einem Teil des Dorfes, den ich vorher noch nicht gekannt hatte. Die Sonne ging gerade über den Feldern unter und ich lernte auf diese Weise, dass es hier zwei unterschiedliche Arten und damit auch Wörter von und für Himmel gibt: „Ubingu“ hatte ich schon gekannt und damit habe ich Neema dann versucht zu erklären, dass ich den Anblick, der sich und bot, ziemlich atemberaubend fand. Da musste sie aber ziemlich lachen; Das Wort steht nämlich nur für den „himmlischen Himmel“, also den Ort, wo Gott wohnt. Wenn man die blaue Farbe da oben (in diesem Fall war sie eben aber orange-pink) beschreiben will, benutzt man das Wort „anga“.

So kam ich dann mal wieder ein wenig schlauer bei Riziki an. Zu meiner großen Freude war sie zuhause und freute sich ebenso, mich zu sehen. Sie hatte wohl versucht, mich abzuholen, aber ich war in diesem Moment wohl noch bei den Schweizern oder so. Da bin ich halt eben noch sehr Deutsch: ich brauche eine Zeit, wenn das mit den Verabredungen klappen soll! Vielleicht bekomme ich ja aber im Laufe des Jahres auch ein Gefühl dafür, was es bedeutet, wenn die Leute so gegen „mchana“, also Nachmittag kommen wollen.

Riziki wohnt relativ weit (also mehr als die obligatorischen 200m) von mir entfernt in einem Haus aus Backstein. Auch das wirkt schon ziemlich ärmlich, wenn man ehrlich sein soll: Wasser und Strom kann man natürlich vergessen und ihr Zimmer, in dem sich Kochutensilien, Stoffe und Kleidung türmen, so das grade noch Platz für eine kleine Matratze bleibt, die auf dem Boden liegt, ist grade mal so groß wie das kleinste Zimmer in meinem Haus. So war ich zuerst ein bisschen misstrauisch, ob ich hier eine ähnliche Erfahrung machen würde wie mit Pamela, vor allem, als sie mir erzählte, dass sie mir auf die SMS, die ich ihr geschrieben hatte, nicht antworten hätte können, da sie kein Geld für Guthaben auf ihrem Handy hätte. Als ich dann aber vorsichtig anhob, zu erklären, dass ich ihr kein Geld geben könne, unterbrach sie mich gleich: „Du bist ein Student, warum solltest du Geld zum Verschenken übrig haben?“ Ich war wahnsinnig glücklich über diese Aussage und konnte meinen Aufenthalt bei ihr nun in vollen Zügen genießen.

Wir haben vor allen Dingen gekocht, was bei der zunehmenden Dunkelheit gar nicht mal so einfach war. Zusätzlich kommt noch dazu, dass Riziki noch nicht einmal Holzkohle und den Kohlekocher zum Essenmachen benutzt, sondern einfach drei Backsteine, auf die dann ein Topf gestellt wird. Darunter wird dann ein bisschen Holz geschoben und angezündet – fertig ist der Herd. Darauf kochte sie dann Brot, wie ich zu meiner freudigen Überraschung feststellte. Sie konnte mir dadurch ein paar wichtige Tipps für meine nächsten Versuche geben, zum Beispiel, den Topf vor dem Backen einfach mit ein bisschen Öl auszuwischen – bei genauerem Nachdenken hätte man da eigentlich auch selber drauf kommen können… naja. 

Die Zeit, in der das Brot dann „kochte“, nutzten wir, um uns gemeinsam in ihr Zimmer zu setzen. Dort konnte ich einen Trumpf ausfahren: meine Handytaschenlampe. Mit ihr war es für Riziki möglich, noch ein paar Stiche an ihrer Handarbeit zu tun. Sie kann nämlich auch Sticken und Bastmatten flechten. Oh, und dann ist sie außerdem noch Bäuerin, wenn sie nicht gerade im Krankenhaus arbeitet und kann das Feuerholz mit bloßen Händen anfassen (sie fand es sehr lustig, als ich das zum wiederholten Mal bewundert habe). Damit aber nicht genug: Sie fragte mich außerdem, ob ich einen Computer hierher mitgebracht hätte. Als ich das bejahte, wollte sie wissen, ob sie mir diesen am Ende des Jahres nicht abkaufen könnte. Sie lerne nämlich grade, mit einem Computer umzugehen, habe aber nichts zuhause, um daran zu üben. Das mit dem Verkaufen konnte ich ihr zwar jetzt noch nicht beantworten und vertröstete sie auf später, aber ich lud sie erst einmal zu mir nach Hause ein, um auf meinem Computer zu üben. 

Nachdem das Brot dann endlich fertig war, zeigte sie mir dann noch, wie man Ugali kocht. Inzwischen war es echt dunkel geworden und so saßen wir zusammen unter einem mega klarem und mit Mond und Sternen bedecktem Himmel (also dem „anga“, ist ja klar). Ugali zu machen sieht eigentlich gar nicht so schwer aus: Man kocht Wasser auf, wirft dann eine Art Mehl in den Topf, rührt um, fügt Wasser hinzu, rührt um… und irgendwann ist das Zeug dann einfach fertig. Da ich zu der Zeit dann auch schon ganz schön Hunger hatte, war ich ganz froh darüber, dass es ziemlich schnell ging. Jetzt mussten nur noch ein paar Bohnen warm gemacht werden (wenn wir die noch gekocht hätten, hätten wir allerdings noch drei Stunden länger gewartet) – fertig war das Abendbrot. 

Ich habe das erste Mal ein solches Essen mit den bloßen Händen gegessen, mich dabei ein bisschen bekleckert und es überhaupt nicht schlimm gefunden. Stattdessen habe ich mich an Rizikis Gesellschaft erfreut: Sie hat mich eingeladen, übermorgen noch einmal vorbei zu kommen, um ihre Mutter kennenzulernen. Jetzt, wo ich weiß, wo sie wohnt, wird das mit der etwas ungenauen Zeitangabe auch kein Problem mehr sein: Ich werde dann einfach mal vorbeikommen. Außerdem bot sie mir an, zusammen mit mir einen ordentlichen Topf zum Brotbacken zu kaufen, für mich die besten Bohnen zu besorgen und mir beizubringen, wie man hier den Fisch zubereitet. Am meisten freue ich mich aber darauf, zusammen mit ihr einen Stoff zu kaufen, aus dem wir uns dann zwei gleich Kleider schneidern lassen wollen. Wenn das echt alles so funktioniert, glaube ich, dass sich zwischen uns eine echt coole Freundschaft entwickeln kann.

Nach dem Essen hat sie mich dann nach Hause gebracht – dankenswerterweise! Ich war mir eigentlich ziemlich sicher, dass ich den Weg zurück finden würde, wäre aber dann doch an einer Weggabelung prompt in die falsche Richtung abgebogen, wenn Riziki mich nicht zurückgehalten hätte. Das sieht hier aber auch alles nochmal ganz anders aus, wenn es Nacht ist! 

So bin ich dann doch gut und wohlbehalten wieder Zuhause angekommen, mit vollem Magen und auch sonst nur guten Gefühlen im Bauch. Das einzige Problem ist, dass es jetzt zu spät ist, um noch Swahili zu lernen – und morgen sowie die nächsten Tage habe ich auch ein ziemlich straffes Programm vor mir! Hier ein kleiner Ausblick:

Morgen werde ich das erste Mal am Nachmittag statt am Vormittag arbeiten. Das heißt erstmal: Ausschlafen (wenn der blöde Hahn mich lässt)! Dann werde ich schnell mal zu einer Bibi, also älteren Dame rübergehen, die mir angeboten hat, bei ihr frische Milch zu kaufen. Die Kuh, die für diesen Hochgenuss verantwortlich sein wird, habe ich auch schon persönlich kennengelernt. Wirkt ganz sympathisch. Dann werde ich Neema einen Besuch abstatten, samt meinem Kitenge. Ich bin sehr gespannt, ob ich ihr klarmachen kann, was ich mir unter dem Kleid so vorstelle – vor allem, weil ich das momentan auch selbst noch nicht so genau sagen kann.

Und dann wird auch mein Mentor Friedhelm morgen wieder in Matema eintreffen. Mal schauen, ob ich ihn schon dann oder erst in den nächsten Tagen sehen werde, aber auf jeden Fall bin ich froh, dass er zurückkommt. Zum einen möchte ich ihn ein paar Dinge fragen, unter anderem, ob er mir helfen kann, für Pamela und ihre Arbeitslosigkeit eine Lösung zu finden. Zum anderen aber kann es auch sein, dass er mein erstes Carepaket aus Deutschland im Gepäck hat – wenn er auf dem Rückweg in Tukuyu die Postbox überprüft hat und das Paket tatsächlich schon angekommen sein sollte. Wie werden sehen.

Am Donnerstag werde ich dann Riziki und ihrer Mutter einen Besuch abstatten. Ab Freitag wird es dann richtig hektisch: Zum einen bekomme ich doppelten Besuch: Einmal von Herrn Kees, dem Afrika-Referenten des Berliner Missionswerkes. Er wird über das Wochenende hierbleiben und bringt seine Frau, aber auch das Carepaket Nr. 2 aus Deutschland mit. Wenn ich also Glück habe, bin ich am Ende dieser Woche wirklich aufs allerbeste versorgt. Weiterhin haben mir heute die Freiwilligen, die bei mir oben auf dem Berg, also in Tandala wohnen, eröffnet, dass sie sich für das Wochenende ebenfalls gerne hier einquartieren möchten. Das habe ich dann heute also auch noch schnell mit Gema, der sehr netten Hotelmanagerin, abgeklärt. In Deutschland müsste man ein einem so schönen Ort wahrscheinlich zwei Jahre vorher Bescheid sagen, dass man ein Hotelzimmer benötigt. Hier reichen zwei Tage. Ich bin gespannt darauf, was sie von ihrer Einsatzstelle zu berichten haben und gleichzeitig ziemlich sicher, dass diese an Schönheit mit Matema nicht im Entferntesten mithalten kann. 

Außerdem wurde ich heute noch einmal dazu eingeladen, doch jetzt schon in den Chor einzutreten. Daraufhin habe ich beschlossen, genau das zu tun – oder aber zumindest zu den Proben zu kommen und zuzugucken. Der Chor probt immer freitags und samstags ab 16:00 Uhr (endlich mal eine genaue Uhrzeit – Yay!). Vielleicht muss dieses Projekt aber auch echt noch bis nächste Woche warten… Wir werden sehen. Am Samstag hat mir Damask dann angeboten, mich mit in die Bibelschule zu nehmen, in der er mit einigen anderen studiert. Auch da muss ich mal gucken, ob die Zeit dafür reicht. Wenn nicht: Es gibt immer ein nächstes Mal! 

So sieht es momentan bei mir aus. Ich kann mich wirklich nicht beklagen, wie ihr leicht erkennen könnt. Da inzwischen schon der nächste Morgen angebrochen ist (gestern war ich dann irgendwann viel zu fertig, um alles noch aufzuschreiben), werde ich mich jetzt gleich mal aufrappeln, den Computer ausschalten, die Strumpfhose vom Kopf nehmen – kein Witz, die trage ich jetzt nachts immer, um meine Frisur zu schonen – , mich anzuziehen und dann auf den den Weg zur Milchbibi machen. Dann wird gefrühstückt (Haferflocken haben Verena und Fanny sogar noch hier gelassen – vielleicht gibt es also Müsli?) und dann wird der erste Schneiderversuch gestartet. Ob ich das alles bis 13:00 Uhr, also dem Beginn der Schicht, schaffe? Wenn nicht, findet sich eine andere Gelegenheit. Wie immer. 

Kleiner Nachtrag: Neue Frisur, neues Kleid, frische Milch.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gisela Sauter-Ackermann sagt:

    Du siehst ja super aus mit dem neuen Kleid und der Frisur!

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  2. carliola sagt:

    Hier bekomme ich auch schon richtig viele Komplimente, dass ich wie eine „afrikanische Lady“ aussehe… Naja fast 😉

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